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Friederike war so lieb, sich mit uns für ein Interview zu treffen. Sie erklärt, was es mit “agile” und “Scrum” auf sich hat und spricht über ihre Arbeit und sipgates Nähe zur Gründerszene.

#SW_DUS: Friederike, du arbeitest seit 2012 bei sipgate und schreibst in deinem Kurzprofil, dass du zur “agilen Szene” gefunden hast. Kannst du kurz beschreiben, was dieses “agile” bedeutet?

Friederike: Agile ist eine Herangehensweise in der Software-Entwicklung. Dem gegenüber steht das sogenannte Wasserfall-Prinzip, bei dem man einen Plan macht, diesen umsetzt, evtl. am Schluss nochmal testet und dann das Produkt an den Kunden ausliefert.

Dagegen setzt Agile auf kurze Feedbackzyklen mit dem Kunden, die Änderungen, also zum Beispiel veränderte Kundenanforderungen oder Veränderungen am Markt, direkt in die Entwicklung des Produkts mit einbeziehen kann. Man ist dadurch also “agiler” und stellt sicher, dass der Kunde am Ende ein Produkt erhält, das für ihn echten Mehrwert bietet.

#SW_DUS: Da stecken noch mehr fancy Begriffe in deinem Profil. Dir liegt die “leane Arbeitsweise im Blut” – was bedeutet das konkret?

Friederike: Plakativ könnte man sagen, dass Lean die Mutter von Agile ist. Lean kommt ursprünglich aus Japan und der Autoproduktion und hieß dort auch Lean Production. Die Prinzipien hinter Lean, also in erster Linie die Vermeidung von nicht wertschaffenden Tätigkeiten, hat man auf die Software-Entwicklung übertragen, um schnell, effizient und dadurch kostengünstig Produkte entwickeln zu können.

#SW_DUS: Bevor wir das vergessen, was macht ein Scrum Master? Und vielleicht kannst du auch kurz beschreiben, was du bei sipgate machst bzw. was sipgate ganz genau macht?

Friederike: Das kommt ein bisschen darauf an, wo man als Scrum Master arbeitet. Bei der Einführung von Scrum achtet der Scrum Master in erster Linie darauf, dass das Team sich an das Framework hält und ist der Experte für alle Fragen rund um Scrum. Außerdem räumt er für das Team sogenannte Impediments aus dem Weg, d. h. Dinge, die das Team daran hindern, ihr Sprintziel zu erreichen.

Bei sipgate arbeiten wir in der Software-Entwicklung jetzt seit fünf Jahren mit Scrum, d. h. die Teams wenden Scrum sicher an und sind sich des Mehrwerts bewusst. Da gibt es für mich als Scrum Master zwar noch Möglichkeiten zur Optimierung, aber das ist kein Vollzeitjob mehr. Deshalb arbeiten wir seit einiger Zeit verstärkt daran, auch allen anderen Teams bei sipgate zu einer leanen Arbeitsweise zu verhelfen. Scrum ist zwar nicht in jedem Kontext die beste Lösung, aber die leanen Prinzipien “Vermeidung von unnötigen Tätigkeiten” und “ständige Verbesserung” kann man auch bei unserem Küchenteam, der Buchhaltung, Legal oder der Geschäftführung anwenden. [Anm.d.Red: Friederike erzählt in diesem Video ausführlich, was die Eigenschaften und Vorteile von Scrum sind]

Wir fördern außerdem die teamübergreifende Optimierung des Value Streams bei sipgate und sind Ansprechpartner für alle Fragen rund um Effizienz und Prozessoptimierung. Ein weiteres Thema ist die Vermittlung von Lean- und Agile-Wissen, das über das Kennen des reinen Prozesses hinausgeht.

sipgate entwickelt seit fast elf Jahren Telefonieprodukte, von der VoIP-Telefonanlage für Geschäftskunden bis hin zu Mobilfunk für Privatkunden. [Anm.d.Red: Wenn ihr noch ein bisschen mehr über die Arbeitskultur sipgate erfahren wollt, dann schaut euch diesen Bericht vom WDR an.]

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 #SW_DUS: Ihr veranstaltet auch regelmäßig die LeanDUS-Events. Kannst du dazu auch etwas sagen und beschreiben, für wen diese Events ein absolutes Muss sind?

Friederike: Die LeanDUS ist eine Veranstaltungreihe, die wir ins Leben gerufen haben, um der Lean-Community in Düsseldorf eine Plattform zu geben. Wir laden regelmäßig hochkarätige Speaker zu den verschiedensten Themen ein und freuen uns über jeden, der Lust hat, sich mit uns über Lean und Agile auszutauschen.

Wenn man auf der Suche nach Austausch mit Gleichgesinnten, netten Menschen und gutem Essen ist, ist man bei der LeanDUS auf jeden Fall richtig! (Bier gibt’s natürlich auch.)

#SW_DUS: Wieso ist sipgate denn eigentlich so eng mit der Gründerszene verwoben? Woher kommt diese Affinität.

Friederike: Erstmal sicherlich, weil sipgate auch mal klein angefangen hat. Wir mögen Entrepreneurship und versuchen auch, uns selbst diese Einstellung so lange wie möglich zu erhalten. Deshalb unterstützen wir gerne Projekte aus der Startup-Szene.

#SW_DUS: Sag uns doch noch kurz, worauf du dich beim Startup Weekend freust und wie du dazu gekommen bist, dich dort als Mentor zu engagieren.

Friederike: Ich freue mich in erster Linie auf ganz viele interessante Menschen und Ideen! Für das Engagement als Mentor gilt dasselbe wie für die Affinität zur Gründerszene: Wir haben viel bekommen und geben einfach gerne was zurück. Ich hoffe natürlich, einen kleinen Beitrag zu tollen, neuen, schlanken Produkten leisten zu können!

#SW_DUS: Vielen Dank für das Gespräch und wir freuen uns auf dich beim Startup Weekend!

 

 

Ingo Stefes