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„DAS HERZ MUSS BRENNEN.“

Innerhalb der letzten 35 Jahre hat der 66-Jährige die Skateboard-Szene in Deutschland und Europa geprägt. Früh erkennt er, dass Skateboarding mehr ist als Trendsport oder Freizeitbeschäftigung. Das Brett mit den vier Rollen ist „erwachsenen-untaugliches Ausdrucksmittel und Lebenswelt“. Das Unternehmen Titus ist führend im Einzelhandel mit Skateboards & Streetwear. Mit mehr als 30 Titus-Shops, Versand- und Onlinehandel, Events und Medien bedient das Multichannel-System die Bedürfnisse der jugendlichen Kunden.
Ausgezeichnet mit renommierten Preisen aus Wirtschaft und Gesellschaft ist Titus Dittmann im „Establishment“ angekommen. Seine Kontakte in Politik, Medien und Kultur nutzt er, um sich für die „pubertierenden Rotzlöffel“ einzusetzen. Und bleibt seiner Zielgruppe, seinen Idealen und seiner Passion treu.
Glaubwürdigkeit ist sein größtes Kapital. Bei allem Wachstum und Erfolg hat Titus Dittmann immer wieder die Kehrseite der Medaille kennen gelernt: Das Unternehmen steckte 2006 in einer existenzbedrohenden Krise. In einem Alter, in dem andere an das „Leben nach der Karriere“ denken, startete er noch einmal durch. Menschen, die ihn gut kennen sagen: „Titus kann gar nicht anders.“
2009 gründet Titus Dittmann eine eigene Stiftung. Mit der Initiative skate-aid unterstützt er weltweit Kinder- und Jugendprojekte, die mittels des Skateboarding Entwicklungshilfe leisten. Da wo das Leben von Terror, Gewalt und Zerstörung geprägt ist, will er die Hoffnung für Kinder ins Rollen bringen. Im Frühjahr 2010 baut er gemeinsam mit Kooperationspartner Grünhelme e.V. den ersten skate-aid Sportpark an einer Schule in Afghanistan (Karokh). Das ZDF auslandsjournal berichtete im November 2010 über skate-aid und das Projekt am Hindukusch.
Um sich ganz auf die Stiftungsarbeit zu konzentrieren, zieht er sich im Sommer 2010 aus der Geschäftsführung der „titus GmbH“ zurück und vollzieht einen Generationswechsel mit seinem Sohn. Im November 2010 wird skate-aid mit dem renommierten Laureus Medien Preis ausgezeichnet.
Seit Oktober 2011 hat Dittmann einen Lehrauftrag an der Universität Münster. Sein Motiv: Um die skate-aid Aktivitäten in Afghanistan voranzubringen, strebt der Ex-Studienrat eine Kooperation mit der Universität Herat an. Studierende sollen auch am Hindukusch die Vorzüge des Skateboarding im Schulunterricht kennen lernen – um sie später als Lehrer an den Schulen Afghanistans einzusetzen.
Auch in Afrika ist skate-aid aktiv: Anlagen in Tansania, Uganda und Südafrika sind bereits länger im Betrieb. In Kenia wurde im Oktober 2013 ein neuer Skatepark eröffnet. In Costa Rica wurde im Frühjahr 2012 eine Skate- und Sportpark für benachteiligte Kids fertiggestellt. In Palästina (Bethlehem) soll 2014 eine Anlage entstehen. Immer in enger Kooperation mit lokalen Partnern, die den nachhaltigen Erfolg sicherstellen.
Unter dem Titel „Brett für die Welt“ veröffentlicht Dittmann im Herbst 2012 seine Biographie. Im Film „Brett vorm Kopp“ inszenierten die Berliner Filmemacher Ali Eckert und Monica Nancy Wick ebenfalls in 2012 sein rasantes Leben auf der Extremspur.
Im Februar 2013 wird Dittmanns Initiative skate-aid in der Kategorie „Marketing/ Social Awareness“ mit dem „Ispo Award 2013“ ausgezeichnet. Die Welt ist ein Brett. Und Querdenken tut gut.
Im Juni 2013 erhält Titus Dittmann den „Deutschen Gründerpreis” in der Kategorie Sonderpreis für sein herausragendes Engagement als Gründer. Ausgelobt wird der „Deutsche Gründerpreis” von den Partnern stern, Sparkasse, ZDF und Porsche, unterstützt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie.

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Ingo Stefes