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Wir haben es ja bereits bei Facebook angekündigt, am 19.04. werden die Final Pitches live in alle Welt und das Weltall ins Internet übertragen! Und dass das überhaupt funktioniert verdanken wir Thomas Riedel, dem Gründer von nerdhub.com. Im folgenden Gespräch reden wir mit ihm über seine Gründung.

#SW_DUS: Hallo Thomas, du bist der Gründer von nerdhub. Erzähl uns doch zuerst einmal, was nerdhub ist bzw. macht.

Thomas: Gerne! NERDHUB ist ein Event-Aggregator für die deutsche Tech- und Kreativ-Szene. Wir sammeln alle Events, die etwas mit diesem Internet, Innovation oder Technologie zu tun haben und bereiten die so auf, das man eine Übersicht über die lokale Szene bekommt. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz: Wir nehmen uns nicht nur eine Branche vor, sondern decken in 13 Kategorien so ziemlich alles ab was es gibt. So ist für jeden was dabei und es besteht die Möglichkeit Events zu entdecken, die man durch seine Filterblase niemals entdeckt hätte. Für NRW machen wir das schon sehr gut. Andere Regionen und Städte sind im Aufbau.

#SW_DUS: Wie kam es denn dazu, dass du dich mit nerdhub selbstständig gemacht hast? Wie war denn dein Werdegang und gab es ein Schlüsselerlebnis?

Thomas: Eigentlich bin ich ja Journalist. Während meines Volontariats fragte ich mich: Wo kann ich interessante Interviewpartner finden? Ich sammelte in meinem privaten Googlekalender Termine in Köln und veröffentlichte die auf meinem Blog (www.droid-boy.de). Das war zu der Zeit, als es noch Google Latitude gab und man in Echtzeit mitverfolgen konnte, wo ich mich gerade aufhalte. Das Schlüsselerlebnis war dann auf einem Event, als mich jemand ansprach und sagte: “Hey, du bist doch der Droid Boy mit dem coolen Kalender! Habe ich gleich mal abonniert!” Da war mir klar, das es eine Marktlücke gibt. Zu der Zeit fokussierte ich mich auf Social Media Events und parallel dazu gab es einen Kollegen, der sich auf Entwickler-Events spezialisiert hatte. Wir kamen zusammen, bildeten mit weiteren Developern und einer Designerin ein Team und entwickelten NERDHUB. Das lief ganz gut an, insbesondere da wir das erste Stipendium des damals frisch eröffneten Startplatzes in Köln bekamen. Wie so oft steht und fällt so ein Projekt aber mit dem Team. Nach einem halben Jahr trennten wir uns trotz guten Starts und ich machte alleine weiter. Einen Relaunch und 2 1/2 Jahre später stehen wir so gut da wie nie zuvor: Wir haben mehrere Kuratoren in ganz Deutschland und aggregieren deutschlandweit über 60 Events pro Woche, davon 30 allein in NRW. Wir haben sogar so etwas ähnliches wie ein Geschäftsmodell 😉

#SW_DUS: Was lief nicht so richtig rund und was ging viel besser als erwartet?

Thomas: Im Grunde ist so ein Kalender ein Newsmagazin, das es so aber noch nicht gab. Das heisst, wir mussten erst einmal herausfinden, was funktioniert. Der größte Schmerz ist im Grunde, das die persönlichen Ideale nur wenig mit dem zu tun haben, was ein funktionierendes Geschäftsmodell sein könnte. NERDHUB betrachte ich noch immer als ein journalistisches Medium. Wir sammeln Informationen, bereiten sie auf und verteilen sie in den Kanälen. Es gilt also eine Balance zu finden zwischen Glaubwürdigkeit und Rentabilität. Zugegebenermaßen sind wir da noch längst nicht perfekt. Aber mit steigendem finanziellen Druck wächst die Bereitschaft Kompromisse einzugehen. Wenn ich an die ersten Anfänge zurückdenke, kommen wir dem Ziel aber immer näher.

#SW_DUS: Was ist für nerdhub bzw. dich die größte Herausforderung?

Thomas: Wachstum! Die Menge an verfügbaren Events ist phänomenal. Sich nicht zu übernehmen ist eine gar nicht leichte Aufgabe, gibt es doch so viele interessante Events, die ich gerne in NERDHUB einpflegen würde. Es hilft sich einen Plan zu machen und Ziele zu definieren. Erst wenn die erreicht sind, geht es weiter. Im Moment gilt es einen Partner ins Boot zu holen, wie zum Beispiel einen Verlag, der die digitale Power von NERDHUB gut gebrauchen könnte.

#SW_DUS: nerdhub ist derzeit noch in der Beta-Phase, wann verlasst ihr diese und was passiert bis dahin noch auf der Seite, was wird sich noch verändern?

Thomas: Im Grunde gefällt mir die dauernde Beta-Phase ganz gut. Ein bisschen wie beim betahaus. Wenn man uns eine Versionsnummer geben müsste, dann wären wir wohl bei NERDHUB 2.1. Spätestens mit neuem Partner und ein paar weiteren Überarbeitungen würde ich dann mal das beta-Schildchen entfernen. Das wäre dann wohl 3.0

#SW_DUS: Du hast schon das Kölner Startup Weekend mit einem Livestream begleitet. Was macht denn aus deiner Sicht, das Format Startup Weekend aus?

Thomas: Bei einem Startup Weekend knistert die Luft. Es herrscht eine kreative, produktive und eifrige Atmosphäre, die man sonst nur auf einem BarCamp antrifft. Mit dem Unterschied, das es hier nochmal ein wenig mehr zur Sache geht. Schließlich soll Geld verdient werden. Und da wird es für mich spannend. Denn während es bei einem BarCamp sehr kooperativ und sozial zugeht, kann es auf dem Startup Weekend schon auch mal ruppig werden. Was mich als Journalist da am Meisten interessiert: Wie entwickelt sich ein Team? Und haben sie das Potential auch nach dem Startup Weekend zu bestehen? Am Anfang finden sich vielleicht alle ganz cool. Aber was passiert, wenn es ums Geld geht? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass das auch schnell mal das Ende sein kann.

#SW_DUS: Was möchtest du den Teilnehmern in Düsseldorf mit auf den Weg geben?

Thomas: Its all about the Team! Ideen hat jeder, Geschäftsmodelle kann man entwickeln. Dafür braucht es aber Zeit. Aber wenn ihr es schafft ein gutes Team auf die Beine zu stellen, dann könnt ihr auch nach dem Startup Weekend Düsseldorf Investoren begeistern. Alles Gute!

Ingo Stefes